Samenarchivierung

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Die Samenarchivierung

Wenn man auf die eigenen Tomatensamen zurückgreifen und etwas für den Erhalt alter Sorten tun will, muss man die Samen selbst gewinnen. Man braucht dafür reife, gesunde Früchte. Die schneide ich in mehrere Spalten, kratze die Kerne vorsichtig raus und gebe sie in ein kleines Glas. Ich begieße sie mit etwas Wasser und gebe eine Prise Zucker ins Wasser. Der Zucker beschleunigt die Gärung. Die Gläser decke ich wegen der Fruchtfliegen ab und beschrifte sie.

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Nach ein paar Tagen beginnt die Gärung, die den Schutzschleim um die Samen auflöst. Gelegentliches Umrühren hilft gegen Schimmel- und Hefebildung. Die Samen nicht zu lange im Wasser lassen, 2-3 Tage reichen aus, sonst fangen sie vielleicht schon an zu keimen.

Samen auswaschen-035

Nun schütte ich die Samen in ein Sieb und spüle sie ab, bis die Samen sauber sind. Die Samen gebe ich zurück auf die Deckel und lasse sie trocknen. Immer mal wieder mit den Fingern etwas auflockern, so trocken sie besser ab.

Bei vielen verschiedenen Sorten ist es wichtig auf die Beschriftung zu achten, sonst kommt man durcheinander. Ich archiviere meine Samen in kleinen Plastikdosen oder –tüten, die ich mit Jahreszahl und Namen beschrifte. Trocken, kühl und dunkel gelagert bleiben die Samen bis zu 8 Jahre problemlos keimfähig. Alte Samen keimen zwar auch noch, aber man hat eventuell mehr Ausfälle. Man kann die Samen auch bei minus 18 Grad einfrieren.

Samenaufbewahrung-150

Hat man F1 Hybridtomaten (Tochter-Generation) gekauft, kann man auf die Samengewinnung ruhig verzichten. Man bekommt zwar keimfähige Samen und später auch eine Pflanze mit Früchten. Es sind aber keine sortenreinen Tomaten. Es kann immer etwas anderes dabei herauskommen.
Hybride haben auch Vorteile: will man nur viele Tomatenfrüchte erhalten, hat man Pflanzen die sehr robust und ertragreich sind. Aber leider werden so alte, samenechte Sorten verdrängt. Mir ist es wichtig, dass die große Vielfalt der alten Gemüsesorten, nicht nur der Tomaten, unbedingt erhalten bleibt. Sonst setzt sich irgendwann nur noch das Angebot der großen Saatgutproduzenten immer weiter und lautlos durch.